Kein Kleid, keine High Heels, keine Strumpfhose, keine Jacke und auch kein besonders ausgeklügeltes Styling. An diesem warmen Tag in Wien bestand mein Outfit tatsächlich nur aus vier Dingen: einem Zipfelrock, einem dunkelblauen Satin-Top, weißen Sneakern und meiner kleinen Umhängetasche.
Mehr nicht. Und genau deshalb mag ich diesen Look so gerne.
Er ist feminin, aber nicht herausgeputzt. Sommerlich leicht, aber nicht zu freizügig. Auffällig genug, um nicht langweilig zu wirken, aber gleichzeitig so unkompliziert, dass ich damit stundenlang durch Wien laufen konnte.
Für mich ist das inzwischen eine Art von Weiblichkeit, die ich besonders gerne mag: nicht darüber nachdenken zu müssen, ob das Outfit feminin genug ist. Es einfach anziehen und losgehen.
Der Zipfelrock bringt Bewegung ins Outfit
Der auffälligste Teil des Looks ist natürlich der Rock.
Der dunkle Grundton passt wunderbar zum dunkelblauen Top, während die roten und blauen Blumen dem Ganzen Farbe geben. Vor allem aber gefällt mir der asymmetrische Schnitt. Durch den asymmetrischen Schnitt wirkt der Rock beim Gehen lebendig und leicht.
Und genau das sieht man auf den Fotos aus Schönbrunn besonders schön. Sobald etwas Wind dazukommt oder man sich bewegt, verändert sich die Silhouette ständig ein wenig.
Das macht den Rock feminin, ohne dass er besonders eng oder kurz sein müsste. Für einen langen Sommertag ist so ein Schnitt außerdem herrlich unkompliziert. Der Stoff fällt locker, nichts engt ein und man muss nicht ständig kontrollieren, ob alles richtig sitzt.
Das Satin-Top als ruhiger Gegenpol
Zu einem gemusterten Rock brauche ich oben nicht noch ein zweites Statement.
Deshalb habe ich ein ganz schlichtes dunkelblaues Satin-Top kombiniert. Der leichte Glanz des Stoffes gibt dem Oberteil trotzdem etwas Besonderes und macht es für mich deutlich femininer als ein einfaches Baumwollshirt.
Der Schnitt ist locker und weich fallend. Gerade zusammen mit dem bewegten Rock funktioniert das sehr gut: Oben bleibt der Look ruhig, unten darf es ein bisschen verspielter werden.
Und dunkelblau statt schwarz gefällt mir bei diesem Outfit besonders. Es wirkt etwas weicher und sommerlicher und greift gleichzeitig die dunklen Töne des Rocks auf.
Mehr braucht es eigentlich nicht.




Sneaker statt High Heels
Und dann kommen die Schuhe.
Weiße Sneaker.
Vielleicht nicht das Erste, woran man bei einem femininen Outfit denkt. Aber für einen Tag in Wien mit U-Bahn, Schlossbesichtigung, Park, langen Wegen und mehreren Stunden auf den Beinen waren sie genau richtig.
Vor allem haben sie mir wieder einmal gezeigt, dass ein Outfit nicht automatisch weniger feminin wird, nur weil darunter keine Pumps stecken.
Der Rock schwingt trotzdem. Das Satin-Top wirkt trotzdem weich und feminin. Die Tasche, die Farben und der gesamte Look bleiben weiblich.
Nur meine Füße sind am Abend deutlich glücklicher. 😊
Gerade als Crossdresser kann man schnell in die Vorstellung geraten, dass zu einem „richtigen“ femininen Outfit unbedingt Absatzschuhe gehören. Ich kenne diese Gedanken selbst gut genug.
Aber irgendwann stellt man fest: Frauen laufen im Alltag ebenfalls nicht ständig auf High Heels herum.
Warum sollte ich es also tun?
Und auch keine Strumpfhose
Was bei diesem Outfit ebenfalls fehlt, sieht man eigentlich gar nicht: die Strumpfhose.
Ich habe einfach keine getragen.
Bei warmem Sommerwetter wollte ich weder zusätzliche Stoffschichten noch das Gefühl, irgendetwas tragen zu „müssen“, nur damit das Outfit vollständiger wirkt.
Rock, nackte Beine, Sneaker. Fertig.
Vielleicht klingt das banal. Für mich zeigt es aber ziemlich gut, wie sich mein eigener Stil verändert hat. Früher hätte ich vermutlich noch darüber nachgedacht, ob eine feine Strumpfhose femininer aussieht oder ob ich doch lieber Sandalen oder Pumps tragen sollte.
Heute denke ich eher: Ist es warm? Ist es bequem? Gefällt mir der Look?
Dreimal ja. Dann passt es.
Die Handtasche gehört natürlich trotzdem dazu
Ganz ohne Tasche geht es dann doch nicht. 😊
Meine beige Crossbody-Bag ist klein genug, um beim Herumlaufen nicht zu stören, und groß genug für alles, was unterwegs wichtig ist.
Farblich hält sie sich angenehm zurück. Sie muss bei diesem Outfit auch gar nicht auffallen. Der Rock übernimmt diesen Job schon.
Und gerade für einen langen Tag in der Stadt finde ich eine Umhängetasche inzwischen fast ideal. Hände frei, alles griffbereit und man muss nicht ständig überlegen, wohin mit der Tasche.
Einfach durch Wien
Das Schönste an diesem Outfit war aber gar nicht eines der einzelnen Kleidungsstücke.
Es war die Tatsache, dass ich irgendwann überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht habe.
Wir sind U-Bahn gefahren, durch Schönbrunn gelaufen, durch den Park spaziert, haben Fotos gemacht, irgendwo Pause gemacht und natürlich durfte bei dem Wetter auch ein Eis nicht fehlen.
Das Outfit hat einfach funktioniert.
Keine Schuhe, die nach zwei Stunden wehgetan haben. Keine Jacke, die ich den ganzen Tag mit mir herumtragen musste. Keine Strumpfhose, die bei sommerlichen Temperaturen irgendwann lästig wurde.
Und trotzdem habe ich mich die ganze Zeit feminin und vollständig angezogen gefühlt.
Vielleicht ist genau das inzwischen mein liebster Sommerlook:
Ein schöner Rock.
Ein leichtes Top.
Bequeme Schuhe.
Eine Handtasche.
Mehr braucht Frau manchmal wirklich nicht. 😊
Tamara 💕
Passform & Größeninfo
- Rock: Gr. L, schwarz, blau, rot gemustert, (Desigual)
- Shirt: Gr. 46, dunkelbau, Satin, (Street One)
- Sneaker: Größe 44, weiß, (Deichmann)
Meine Maße: Ich bin 1,83 m groß, trage oben meist 44/46, unten 42/44.
Wenn du mehr Outfit-Ideen suchst oder dich für feminines Styling als Crossdresser interessierst, schau gern auf meinem Instagram-Profil @tamaralisell vorbei. Lass dich inspirieren, mach mit – und zeig dich! 💕
